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Allversöhnung

HOFFNUNG

WOHER NEHME ICH DIE HOFFNUNG FÜR DEN GLAUBEN AN EINE ALLVERSÖHNUNG?

Dazu unten die Blogbeiträge. Diese Beiträge beziehen sich alle auf biblische Aussagen.

Meine beliebteste Bibelstelle zum "Allversöhnungsglauben" ist das ganze Kapitel von Römer 8. (s. Link unten)

Bibel: Römer 8


Biblische Allversöhnung

Was ist Allversöhnung?

aus:
Jesus Reformation - Jesus mit neuen Augen sehen; Bibeltexte eingefügt von db

Der Kern der Allversöhnung (oder auch Allerlösung oder Apokatástasis oder Heilsuniversalismus) ist der Glaube, dass eines Tages alle Menschen miteinander und mit Gott versöhnt sein werden und gemeinsam in Gottes zukünftigem Reich leben werden. Das Wort Allversöhnung beinhaltet die Bedeutung bereits: Alles wird versöhnt sein (= All-Versöhnung).
Gott wird alle Menschen zu sich ziehen (Joh 12,32 Jesus sagt: "Und wenn ich erhöht sein werde, werde ich alle zu mir bringen." ),
Alle werden ihn kennen (Heb 8,11 Niemand muss dann den anderen noch belehren, keiner braucht seinem Bruder mehr zu sagen: ›Erkenne doch den Herrn!‹ Denn alle – vom Kleinsten bis zum Größten – werden erkennen, wer ich bin)
Jedes Geschöpf wird ihn anbeten (Offb 5,13 Dann hörte ich, wie auch alle anderen Geschöpfe einstimmten. Alle im Himmel und auf der Erde, im Totenreich und auch die Geschöpfe des Meeres, sie alle riefen: »Anbetung und Ehre, alle Herrlichkeit und Macht gebühren dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm für immer und ewig!« )
Jedes Knie wird sich beugen und ihn als Herrn bekennen (Phil 2,10-11 Vor Jesus müssen einmal alle auf die Knie fallen: alle im Himmel, auf der Erde und im Totenreich. 11 Und jeder ohne Ausnahme wird zur Ehre Gottes, des Vaters, bekennen: Jesus Christus ist der Herr!), der gesamte Kosmos wird versöhnt sein (Kol 1,20 ..und alles im Himmel und auf der Erde durch ihn mit sich zu versöhnen. Ja, Gott hat Frieden gestiftet, als Jesus am Kreuz sein Blut vergoss. )
Gott wird sich über alle erbarmen (Röm 11,32 Denn Gott hat alle Menschen ihrem Unglauben überlassen, weil er allen seine Barmherzigkeit schenken will.)
Alles wird unter seinem Oberhaupt vereint sein (Eph 1,10 So soll, wenn die Zeit dafür gekommen ist, alles im Himmel und auf der Erde unter der Herrschaft von Christus vereint werden.)

Ist die Allversöhnung biblisch?

Auf den ersten Blick gibt es viele Bibelstellen die der Allversöhnung zu widersprechen scheinen und auf eine ewige Hölle hindeuten. Menschen die an die Allversöhnung glauben sind trotzdem überzeugt davon, dass die Lehre der Allversöhnung biblisch ist und glauben, dass die traditionelle Höllen-Lehre, die Hölle als ein ewiger Ort voller Qualen, oft (unabsichtlich) in Bibeltexte hineingelesen wird. Dies geschieht oft ganz automatisch, weil der Leser den Bibeltext durch seine theologische Brille interpretiert und deutet. Zudem lesen wir alle die Bibel selektiv, damit ist gemeint, dass wir bestimmte Verse priorisieren und andere ignorieren. Weitere Gründe können sein, dass der griechische Text einseitig oder sogar fehlerhaft übersetzt wurde, der Kontext der Verse vernachlässigt wird, die Literaturgattung nicht beachtet wird oder der Kontext des Alten Testaments nicht berücksichtigt wird.
Viele Stellen die eine ewige Hölle andeuten sind Teile von Gleichnissen, apokalyptische Literatur (z.B. die Offenbarung) oder haben eine reiche Bedeutung im Alten Testament die oft vernachlässigt wird (z.B. das Wort Gehenna). Im Kontrast dazu sind viele Bibelstellen die auf eine Allversöhnung hinweisen klare und zentrale Bibelstellen: Römer 5,18-19 (Es steht also fest: Durch die Sünde eines einzigen Menschen sind alle Menschen in Tod und Verderben geraten. Aber durch die Erlösungstat eines einzigen Menschen sind alle mit Gott versöhnt und bekommen neues Leben. Oder anders gesagt: Durch Adams Ungehorsam wurden alle Menschen vor Gott schuldig; aber weil Jesus Christus gehorsam war, werden sie von Gott freigesprochen.) und 1.Korinther 15,21-22 (Der Tod ist durch die Schuld eines einzigen Menschen in die Welt gekommen. Ebenso kommt auch durch einen Einzigen die Auferstehung. 22 Wir alle müssen sterben, weil wir Nachkommen von Adam sind. Ebenso werden wir alle zu neuem Leben auferweckt, weil wir mit Christus verbunden sind.) Beide Kapitel sind ein Herzstück des jeweiligen Briefes und ein Herzstück der Argumentation des Paulus

Römer 11,32 (Denn Gott hat alle Menschen ihrem Unglauben überlassen, weil er allen seine Barmherzigkeit schenken will.)
Paulus fasst seine gesamte Argumentation von Römer 1-11 mit diesen Worten zusammen

Kolosser 1,15-20 (aus HfA-Bibelübersetzung: Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. Als sein Sohn steht er über der ganzen Schöpfung und war selbst schon längst vor ihr da. Durch ihn ist alles erschaffen, was im Himmel und auf der Erde ist: Sichtbares und Unsichtbares, Königreiche und Mächte, Herrscher und Gewalten. Ja, alles ist durch ihn geschaffen und vollendet sich schließlich in ihm. Denn Christus war vor allem anderen; und alles hat nur durch ihn Bestand. Er ist das Haupt der Gemeinde, die sein Leib ist. Er ist der Ursprung allen Lebens und zugleich der Erste, der vom Tod zu einem unvergänglichen Leben auferstand. So sollte er in jeder Hinsicht an erster Stelle stehen. Denn Gott hat beschlossen, mit seiner ganzen Fülle in ihm zu wohnen und alles im Himmel und auf der Erde durch ihn mit sich zu versöhnen. Ja, Gott hat Frieden gestiftet, als Jesus am Kreuz sein Blut vergoss.)

Epheser 1,9-10 (Sein Plan für diese Welt war bis dahin verborgen, doch nun hat er ihn uns gezeigt. Durch Christus verwirklicht er ihn genau so, wie er es sich vorgenommen hat. So soll, wenn die Zeit dafür gekommen ist, alles im Himmel und auf der Erde unter der Herrschaft von Christus vereint werden)

aus: JESUS REFORMATION

Copyright © 2024 · Essence Pro on Genesis Framework 13 Gründe warum ich glaube, dass Jesus am Ende alle Menschen mit sich versöhnen wird
OKTOBER 11, 2020 BY NICK WALLACE ( aus: Jesus Reformation)

Für mich war der Glaube an eine ewige Hölle nie ein Problem. Ich habe mehr über die Hölle geredet als jeder andere Christ den ich kannte. Die Lehre, dass Gott alle Menschen mit sich versöhnen wird, die Allversöhnung, war für mich gefährliche Irrlehre. Hier will ich 13 Gründe erklären warum ich inzwischen nicht mehr an ewige Folter glauben kann, sondern überzeugt bin dass am Ende Gott alle Menschen mit sich versöhnen wird.

1. Die Lehre einer ewigen Hölle widerspricht der Lehre der Bibel

Ich liebe die Bibel! Je mehr ich die Bibel lese und studiere, umso mehr Stellen entdecke ich die auf eine Errettung aller Menschen hindeuten (eine kleine Auswahl: Joh 1,29; Röm 5,19; 1 Kor 15,24-28; 2 Kor 5,19; Phil 2,9-11; Kol 1,20; 1 Joh 2,2). Ich sehe die Bibel als Gottes inspiriertes Wort, an dem ich mein Leben ausrichte. Der Glaube, dass Gott einen Großteil aller Menschen ewig in der Hölle foltern wird, tut der Bibel, meiner Meinung nach, Gewalt an. Die Lehre von ewiger Folter widerspricht vielen Bibelstellen die von der Rettung aller Menschen reden. Die Stellen die oft gebraucht werden um die Existenz einer ewigen Hölle zu begründen werden ab und zu aus dem Kontext gerissen, falsch übersetzt oder die literarische Gattung wird nicht berücksichtigt. Ich würde mich dem Wort Gottes gegenüber ungehorsam fühlen, würde ich an eine ewige Hölle glauben.

2. Das Neue Testament gibt dem Thema Hölle keine große Priorität

Paulus hat den gesamten Ratschluss Gottes verkündet (Apg 20,27) und trotzdem taucht das Wort Hölle in keinem seiner Briefe oder Predigten auf.

Jesus hat nur zu 5 Anlässen das Wort Hölle (lese HIER was Jesus gemeint hat als er von der „Hölle“ geredet hat) gebraucht. Die meisten anderen Worte Jesu, die heute benutzt werden um eine ewige Hölle zu begründen, waren Gleichnisse oder Vergleiche, was bei der Auslegung beachtet werden sollte!

Würde dem Großteil der Menschheit ewiges Leid in der Hölle bevorstehen, dann hätte das Neue Testament sicher mehr darauf Aufmerksam gemacht und davor gewarnt.

3. Eine ewige Hölle verwandelt Gottes glorreichen Sieg in eine Niederlage

Angenommen Hitler wäre nicht besiegt worden, sondern hätte 60% der Welt erfolgreich erobert und besetzt: Hätten die Alliierten es als glorreichen Sieg angesehen, dass sie es geschafft haben 40% der Welt vor Hitler zu retten? Nein! Es wäre kein Sieg, sondern eine Niederlage gewesen. Hitler hätte triumphiert.

Die ersten Christen haben Jesu Tod und Auferstehung als glorreichen Sieg gefeiert und seine Botschaft als Gute Nachrichten (Evangelium) verstanden. Wenn wirklich der Großteil aller Menschen verloren ist und ewig in der Hölle leiden wird, ist dies ein glorreicher Sieg Gottes oder hat es der Feind dann erfolgreich geschafft Gottes Pläne zu vereiteln?

Die Botschaft, dass der Großteil aller Menschen (wir alle haben Freunde und Verwandte die zu dieser Gruppe gehören) ewig in der Hölle leiden wird, ist wahrlich keine gute Botschaft! Wie kann ich ewig Freude haben, wenn ich weiß, dass die Menschen die mir wichtig sind gleichzeitig ewig leiden werden? Nein, Gottes Evangelium ist wahrlich gut. Er wird ALLES Böse besiegen und ALLE Menschen retten.

4. Eine ewige Hölle widerspricht Gottes Charakter

Jesus hat uns Gott als einen Gott offenbart…

…dessen Essenz Agape-Liebe ist.

…der ein guter Vater ist welcher geduldig und mit offenen Armen auf die Heimkehr seines verlorenen Sohnes wartet.

…der seinen Feinden vergibt.

…der alle Menschen retten will.

…der alles Böse besiegen wird und den Tod überwunden hat.

…der verzeiht auch wenn wir das nicht verdienen.

…der Gewalt und Zwang ablehnt.

5. Eine ewige Hölle zieht Gottes Namen in den Dreck

Unzählige Menschen haben sich von dem Gott abgewandt der Menschen in Ewigkeit in der Hölle foltert. Sie konnten so einen Gott nicht mit einem liebenden Gott in Verbindung bringen und haben Gott deshalb komplett abgelehnt. Wenn wir als Christen Gott weiter als ewigen Folterknecht der Welt bekannt machen, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass sie unserer Botschaft von einem Gott der Liebe nicht glauben können.

6. Der Glaube an eine ewige Hölle hat fatale Konsequenzen

Im Juni 2001 ertrank Andrea Yates ihre 5 Kinder in der Badewanne um sie vor dem Horror der Hölle zu beschützen. Sie glaubte, dass ihre Kinder automatisch in den Himmel gehen würden, weil sie noch nicht das Alter der Unterscheidung zwischen Gut und Böse erreicht hatten. Für Andrea war dies ein Akt der Liebe, um ihre Kinder vor ewigem Leid zu schützen.

Dies ist ganz sicher ein sehr radikales Beispiel, aber leider trotzdem ein sehr reales. Der Glaube an eine ewige Hölle kann sehr hässliche Früchte hervorbringen. Viele Menschen leiden beständig unter der Angst vor der Hölle. Bis heute predigen Prediger (ich unterstelle hier keine böse Absicht, weil ich habe früher auch dazu gehört) Gottes Zorn und ewige Verdammnis von der Kanzel. Ich befürchte, mehr Menschen wenden sich dadurch von Jesus ab, als dass sie wirklich zu Gott umkehren. Aber die Menschen, die Jesus aufgrund dieser Botschaft annehmen, verstehen Gott häufig mehr als ewige Feuerversicherung und weniger als guten König und Vater. Somit verkommt das atemberaubende Evangelium von Gottes großem Rettungs- und Erneuerungsplan zu einer persönlichen Feuerversicherung. Solche Christen sehen oft nicht die Notwendigkeit näher zu Jesus hin zu wachsen und ihm ähnlicher zu werden, weil die Rettung vor der Hölle alles ist, was sie von Jesus wollen. Aber Jesus geht es darum diese Welt zu erneuern und sein Reich hier in unsere Welt zu bringen. Das involviert weit mehr als die Errettung vor einer ewigen Strafe.

7. Wenn Gott wirklich ein guter Vater ist…

Ich bin der Vater von 4 wunderbaren Kindern. Ich liebe jedes einzelne Kind von ganzem Herzen und würde für jedes Kind jederzeit mein Leben geben. Es gibt nichts was meine Kinder tun könnten, dass mich dazu bringen würde sie nicht mehr zu lieben. Ich liebe sie nicht für das was sie tun, sondern dafür wer sie sind. Gott ist der Vater aller Menschen (Mal 2,10; Mt 23,9; Lk 3,38; Apg 17,28f; Eph 4,6). Da er ein weitaus besserer Vater ist als ich, wird auch er keines seiner Kinder aufgeben. Wie in dem Gleichnis von dem verlorenen Sohn wird er mit offenen Armen warten, bis auch der letzte rebellische Sohn Buße tut und zu ihm zurückkehrt.

8. Die Rettung aller ist das einzige passende Ende zur Rettungsgeschichte Gottes

In dem Film “Avengers 3: Infinity War” (Spoiler-Alarm!) wird am Ende des Films die Hälfte aller Lebewesen im Kosmos ausgelöscht. Mein Freund, ein echter Marvel-Fan, mit dem ich den Film geschaut habe war richtig verstört von diesem Ende. Viele Menschen weltweit haben in Foren dieselbe Reaktion bekundet. Niemand wollte dieses Ende so richtig glauben.

Wieso merken wir bei einem Marvel-Film, dass das Ende nicht passt, merken es aber nicht bei der Geschichte Gottes? Alle Christen glauben, dass Gott gut ist und uns geschaffen hat. Wir haben ihn abgelehnt. Aus seiner Gnade heraus hat er einen Rettungsplan initiiert. Zu glauben, dass Gott nur einen kleinen Teil seiner geliebten Schöpfung retten wird, passt nicht ganz zu der Story. Es macht das Werk Adams größer als das Werk Jesu. Ich stimme mit Paulus überein, dass das Werk Jesu größer ist als das Werk Adams (Röm 5,12-21). Alle Menschen wurden durch den Sündenfall beeinflusst und genauso werden ALLE durch das Werk Jesus gerettet werden. Gottes Rettungsplan wird nicht scheitern. Er wird seine gesamte Schöpfung retten und erneuern. Dies ist das einzige passende Ende zur glorreichen Geschichte Gottes.

9. Der Glaube an die Rettung aller Menschen hilft mir Gottes Doppelgebot der Liebe besser zu erfüllen

Wenn wir glauben, dass Gott Menschen, die ihn ablehnen, eines Tages ultimativ verwirft und ablehnt, dann kann es uns schnell passieren, dass wir das auch tun. Wenn Gott diese Menschen aufgibt, dann muss ich mich doch nicht um sie bemühen. Diese Lüge hatte sich unterbewusst in mein Denken eingeschlichen. Aber jetzt glaube ich, dass Gott jeden Menschen ewig liebt und jeden Menschen erneuern wird. Somit ist jeder Mensch dem ich begegne ein zukünftiger Mitbewohner des Reiches Gottes und ein geliebtes Kind Gottes. Dies im Hinterkopf zu haben hilft mir den Wert in jedem Menschen zu erkennen und jedem Menschen mit Respekt zu begegnen. Gott verwirft seine Kinder nicht und wir sollten seine Kinder auch nicht verwerfen und aufgeben.

10. Die Liebe gibt nie jemand auf! (1.Kor.13,7; GNB)

Gott ist Agape-Liebe (1 Joh 4,16) und Agape-Liebe gibt nie jemanden auf (1 Kor 13,7; GNB). Gott liebt alle Menschen (Joh 3,16; 1 Tim 2,4) und deshalb will er, dass alle Menschen gerettet und mit ihm versöhnt werden. Und er wird dieses Ziel verfolgen, bis er es erreicht hat. Gott wird keines seiner Kinder aufgeben.

11. Gottes ultimativer Wille wird in Erfüllung gehen

Manche Christen glauben nicht, dass Gott alle Menschen retten will. Andere bezweifeln, dass er es kann. Ich glaube Gott kann und will und wird es deshalb tun.

Gott will, dass alle Menschen gerettet werden (1.Tim 2,4). Manche Christen zweifeln dies an und glauben, dass Gott nur eine paar wenige Menschen (die “Vorherbestimmten”) liebt und retten wird. Andere glauben, dass Gott zwar alle retten will es aber nicht kann (z.B. weil die Menschen aufgrund ihres freien Willens ewig gegen Gott rebellieren können; aber dies ist zu kurz gedacht). Ich glaube Gott WILL und er KANN alle Menschen retten. Und sein ultimativer Wille (die Erneuerung seiner gesamten Schöpfung) wird in Erfüllung gehen und das ohne dass er seinen Willen Menschen aufzwängen wird oder seine Heiligkeit kompromittieren muss.

12. Gott ist gerecht

Ich glaube, dass Gottes primäre Eigenschaft Agape-Liebe ist. Bereits im Alten Testament ist Gottes unerschütterliche Liebe das nicht verdienen. Das ist ein Ausdruck von Liebe und Gnade und nicht primär von Gerechtigkeit Hauptmerkmal mit dem er am häufigsten beschrieben wird. Seine Gerechtigkeit und seine Heiligkeit sind sekundäre Charaktereigenschaften, die Ausdruck/Früchte
seiner Liebe sind: Gott vergibt uns unsere Schuld, auch wenn wir das nicht verdienen. Das ist ein Ausdruck von Liebe und Gnade und nicht primär von Gerechtigkeit (

Allerdings handelt Liebe auch nicht ungerecht. Lasst uns dieses Beispiel anschauen:

angenommen ein Verrückter dringt in mein Haus ein, während ich verreist bin, vergewaltigt meine Familie, tötet sie und flüchtet.

Angenommen Gott vergibt diesem Mann das alles, weil er sein Leben Jesus übergibt, dann würde ich das als ungerecht empfinden. Mein Herz verlangt nach einer Strafe für das was dieser Mann mir angetan hat. Ich würde Gott vermutlich als ungerecht empfinden. Der einzige Weg dies zu ändern wäre, wenn Gott mir hilft diesem Mann zu vergeben und zu verstehen, dass auch dieser Mann eine Geschichte hat, die ihn dahin gebracht hat dies zu tun. Wenn Jesu Liebe mein Herz dahin bringt dem Mörder zu vergeben, der Mörder, mit Gottes Hilfe, erkennt was er meiner Familie und mir angetan hat (was sehr schmerzlich für ihn zu erkennen sein wird, weil er unseren Schmerz dabei erleben wird und dazu die Last dessen was er uns angetan hat), dann kann wahre Versöhnung geschehen und es wird nicht ungerecht sein, weil alle Parteien in Liebe und Versöhnung interagieren. Nur durch die Versöhnung aller Menschen miteinander und mit Gott kann wahre Gerechtigkeit geschehen und Gott alles in allem sein.

Des Weiteren ist eine ewige Hölle in keinerlei Weise gerecht. Viele Menschen wachsen mit regelrechter Gehirnwäsche (sei es religiös oder andere Ideologien) auf. Inwiefern ist es gerecht, wenn Menschen, die von Kindheit auf (z.B. muslimisch oder buddhistisch) indoktriniert werden und vielleicht nur Halbwahrheiten über Jesus hören, dann dafür ewig in die Hölle geschickt werden, dass sie nicht an Jesus geglaubt haben?

Weiterhin lehrt die Bibel uns, dass Strafen angemessen sein sollen („Auge für Auge“) und nicht unverhältnismäßig. Es gibt keine Sünde die ein Mensch begehen könnte, die EWIGE FOLTER rechtfertigt. Dies ist unverhältnismäßig und in keinerlei Weise gerecht.

13. Die Lehre der universalen Versöhnung war vermutlich die dominate Lehre der ersten Christen

Manche Christen glauben, dass die Allversöhnung eine moderne Idee ist. Das Gegenteil ist der Fall. Schon immer gab es Christen die an die Allversöhnung geglaubt haben. Lese HIER warum wir sogar annehmen können, dass die Allversöhnung die dominante Lehre der ersten Christen war.

Dies sind nur 13 von unzähligen Gründen weshalb ich glaube, dass Gott am Ende der Zeit alle Menschen mit sich versöhnen wird und niemand ewig verloren sein wird. Dies ist die Gute Nachricht der Bibel und eine Hoffnung die wahrlich Hoffnung gibt, auch in dunklen Zeiten. Am Ende wird alles gut. Wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende. Am Ende wird Gott alles in allem sein (1 Kor 15,28).

HARTNÄCKIGE, FALSCHE HÖLLENLEHRE

Zu der sogenannete Eschatologie (Theologische Lehre der "letzten Dinge") kommen auch hoch ausgebildete und angesehene Theologen zu verschiedenen Schlüssen. Im evangelischen, freikirchlichen "Bereich" hält sich leider auch heute noch (zu) häufig die hartnäckige und angstmachende Höllenlehre über Wasser.
Dazu werden Bibelstellen interpretiert und ausgelegt, die diese Lehre belegen sollen.

Nachfolgend ein Beitrag aus der Webseite: JESUS REFORMATION - JESUS MIT NEUEN AUGEN SEHEN, in dem einige dieser Bibelstellen erklärt werden. (ohne die falsche Brille der ewigen Höllenstrafe)

Link anklicken:

Das lehrt Jesus

Hat Jesus selbst ewige Strafe in der Hölle gelehrt?

HÖLLE, JESUS IST DER RETTER ALLER MENSCHEN / MAI 16, 2021 BY NICK WALLACE (aus: Jesus Reformation)

Hat Jesus die Hölle selbst gelehrt? Was ist mit „wer zu ihm sagt: ›Du Idiot‹, der gehört ins Feuer der Hölle.“ (Mt 5,22 NGÜ)? Wie passt das zur Lehre der Allversöhnung? Indem ich den alttestamentlichen Hintergrund von Gehenna beleuchte, will ich zeigen, dass Jesus nicht die ewige Bestrafung in der Hölle lehrte, sondern das bevorstehende nationale Gericht Israels.

Weder die hebräische noch die griechische Sprache haben ein Wort, das die Bedeutung hat, die normalerweise mit dem Wort Hölle verbunden ist.

Mt 5,29 wird oft so übersetzt:

„Es ist besser, du verlierst eines deiner Glieder, als dass du mit unversehrtem Körper in die Hölle geworfen wirst.“ (NGÜ)

Wenn wir solche Verse lesen, verstehen wir sie sofort durch die theologische Brille, die wir tragen. Sämtliche Predigten, Illustrationen und Ideen kommen uns in den Sinn. Nichts davon kam den Zuhörern Jesu in den Sinn. Aufgrund dessen, was uns beigebracht wurde, verbinden wir diese Verse mit Hölle, ewiger Bestrafung und so weiter. Für uns scheint die Bedeutung klar. Was aber, wenn unsere theologische Brille die wahre Bedeutung der Verse verbirgt? Wir müssen fragen, was die Israeliten gehört haben, als Jesus diese Worte sagte. Wir müssen unsere eigene theologische Brille abnehmen und die Brille der Juden zur Zeit Jesu aufsetzen. Dies hoffe ich mit diesem Artikel zu erreichen.

Das griechische Wort, das hier als „Hölle“ übersetzt wird, ist eigentlich Gehenna (γέεννα). Gehenna ist ein echter Ort, den Sie bis heute besuchen können. Sie können sich sogar Bilder der „Hölle“ in Google Maps anschauen. Gehenna hat eine reiche Geschichte im Alten Testament. Die einzige Möglichkeit die Worte Jesu richtig zu verstehen, besteht darin, zu überprüfen was das AT über Gehenna sagt.

Gehenna ist eine Transliteration des „Tals der Söhne von Hinnom“. Für Juden war Gehenna / Hinnom mit Sünde und Gericht verbunden, weil es der Ort war, an dem König Ahas (2 Chr 28, 3) und König Manasse (2 Chr 33, 6) ihre eigenen Söhne als Opfer für Moloch verbrannten.

Insbesondere Jeremia und Jesaja haben das Verständnis von Gehenna im AT geprägt. In ihren Schriften ist Gehenna ein Ort des Schlachtens (Jer 7: 31-32; 19: 6 + 11-14 – Anmerkung: Topheth ist ein Ort im Tal von Hinnom) und des Feuers (Jes 30:33). Dadurch wurde Hinnom ein Ort feurigen Gerichts. Es war der Ort, an dem die toten Israeliten gestapelt wurden, nachdem die Babylonier Jerusalem erobert hatten (Jer 7: 31-33; 19: 2-13). Aber im gesamten AT ist es nie mit einem ewigen Gericht im Jenseits verbunden, sondern mit einem bevorstehenden Gericht in dieser Welt (z. B. der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier).

Jesus verbindet Gehenna mit „unauslöschlichem Feuer“ (Mk 9,47-48). Was verbanden die Juden mit unauslöschlichem Feuer? Im AT finden wir viele Hinweise auf unauslöschliches Feuer. Zum Beispiel wurde Jerusalem von den Babyloniern mit unauslöschlichem Feuer niedergebrannt (Jer 21,10-12). Als Hesekiel das Kommen der Babylonier prophezeite sagte er, dass der gesamte Negev (südlicher Teil Israels) von unauslöschlichem Feuer verbrannt werden wird (Hes 20,47-48). Amos spricht von unauslöschlichem Feuer als einem nationalen Urteil über das Nordreich durch die Assyrer (Amos 5,5-6). Jesaja benutzte es, um das nationale Urteil über Edom zu beschreiben (Jes 34,10). Brennt einer dieser Orte bis heute? Offensichtlich nicht! „Unauslöschliches Feuer“ hatte nichts mit ewiger Bestrafung zu tun, sondern drehte sich um ein unmittelbar bevorstehendes Gericht in dieser Welt.

All dies war wahrscheinlich in den Köpfen der Juden die Jesus zuhörten. Als Jesus Begriffe wie Gehenna und unauslöschliches Feuer verwendete, kam ihnen die Idee der ewigen Bestrafung höchstwahrscheinlich nie in den Sinn. Stattdessen erinnerten sie sich wahrscheinlich an die Schrecken der Zerstörung Jerusalems durch die Hände der Babylonier. Und ich denke, genau das wollte Jesus mitteilen. Seine Botschaft war nicht, dass der bußunwillige Sünder für immer in der Hölle bestraft wird. Seine Botschaft war eine klare Warnung an die Israeliten seiner Zeit: Wenn ihr nicht umkehrt und meinem Weg der Liebe folgt, dann wird es euch ebenso ergehen wie euren Vorfahren bei der Zerstörung Jerusalems.

Und genau so kam es. Die Israeliten haben nicht Buße getan und sind nicht der Lehre Jesu gefolgt. Sie wählten den Weg der Gewalt und der Rebellion und genau das, wovor Jesus sie warnte, geschah: 70 n. Chr. zerstörten die Römer Jerusalem, brannten es nieder und Josephus weist darauf hin, dass alle Leichen in das Tal von Hinnom geworfen wurden, es war einer der schlimmsten Zeiten in der Geschichte der Juden.

Fazit: Als Jesus den Begriff Gehenna verwendete, sprach er sehr wahrscheinlich von einem bevorstehenden nationalen Gericht hier in dieser Welt und nicht von ewiger Bestrafung im Jenseits.

Roman Nies zur Allversöhnung:

Jeder kann die Logik dieser Schlussfolgerungen verstehen. Die Gegner der Allversöhnung können diese Logik leugnen, aber sie tun das mit dem Makel, dass sie so tun müssen, als sei die endlose Hölle gerecht und könnte der Liebe Gottes nicht widersprechen. Entweder weil die Liebe eben ein anderes Zuständigkeitsgebiet hat – obwohl doch Gott den züchtigt, den er liebt, denn Liebe und Gericht widerspreche sich nicht, weil das Gericht dahinführen soll, dass die Menschen Gott lieben! Oder weil Gottes Liebe nicht so zu verstehen ist, wie unsere Liebe ist. In diesem Fall würde es Gottes Liebe sein, dass endlose Höllenqualen Ausdruck seiner Liebe sind.

Wir könnten das nur nicht verstehen. Soweit die Logik der Allverdammungstheologie. Sie ist weder logisch noch biblisch. Man hat im Islam diesen Gott, der alle Nichtgläubigen für immer in der Hölle bestraft. Da nach dem Wort Gottes niemand den Vatergott hat, der nicht auch den Sohn hat (1 Joh 2,23), muss es also entweder zwei Götter geben, die ihre geliebten Ungeliebten für immer in eine Hölle abschließen, oder beide Götter sind identisch. Das aber würde zweifelsfrei bedeuten, dass der Gott, den die Gegner der Allversöhnung beschreiben, wenn sie gegen die Allversöhnung und für die Allverdammung stimmen, nicht der Gott der Bibel ist. Oder anders gesagt, wenn die Gegner der Allversöhner den Gott der Bibel anbeten, dann behaupten sie Dinge über Ihn, die nicht stimmen und so schlimm sind, dass sie darin Gott mit Gottes Gegenspieler verwechselt haben. Bei den Gegnern der Allversöhnung hat Satan den Sieg gegen Gott errungen, weil er mehr zu sich in die Hölle zieht, als Gott in den Himmel. Dass das nicht stimmen kann, macht auch folgende Schriftstelle klar, wo Jesus voraussagt:

Joh 12,32: „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“

Der Zusatz hier seien nur alle die gemeint, die gemeint sind, fehlt in der Bibel.

Es ist aber dann sprachlich unsinnig von „alle“ zu reden, wenn der Zusatz fehlt. Oder die Gegner der Allversöhnung müssen sagen, Jesus wollte alle zu sich ziehen, aber Satan war eben doch stärker. Doch Luther hat sich hier als Gefangener der Vorstellung von der ewigen Gefangenschaft der Verdammten nicht getraut, wörtlich zu übersetzen: „Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.“ Gott ist nicht ein abstoßender, sondern anziehender Gott! Jesus hat nicht einfach nur eine Willensbekundung abgegeben, sondern eine Voraussage gemacht. Auf Seine Erhöhung ans Kreuz, folgt unweigerlich, dass alle zu Ihm gezogen werden. Wenn wir einen Gott verehren, dem wir nicht so richtig über den Weg trauen, weil er auch in den Dingen, die wir für gut und richtig halten, ganz anders ist, dann bekommen wir natürlich eine skeptische Grundhaltung. Und tatsächlich, gerade im Islam und im Katholizismus, wo man noch dazu verpflichtet ist, bestimmte Dinge zu tun, die für das Heil notwendig, aber nicht ausreichend sind, befindet man sich in einem ständigen Selbstzweifel, ob es reicht für das Paradies. Luthers oder Augustinus` Kampf um die Gewissheit sind nur stellvertretend. Wie bekomme ich einen gnädigen Gott, lautet die Frage, die man sich nur stellen kann, wenn man nicht weiß, dass Gott bereits gnädig ist. Er ist so gnädig, dass er alles Ungnädige von uns Menschen miteinschließt und überwindet.

Den Muslimen wird meist geleugnet, dass die Grundeigenschaft Gottes seine Gnade und nicht sein Zorn ist. Ihr heiliges Buch, der Koran, ist ein trostloses Buch. Aber in der Welt-Christenheit sieht es in der Wahrnehmung der Gnade des Erbarmer-Gottes auch nicht anders aus, obwohl das heilige Buch der Christen einen gnädigen Gott lehrt.

Nies, Roman. Die Allversöhnungslehre aus biblischer Sicht (German Edition) (S.275). tredition. Kindle-Version.

Falsche Bibelauslegungen als Drohung

Beispiel:
Das Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus wird oft verwendet, um die Lehre vom ewigen Leiden in der Hölle zu rechtfertigen. In diesem Artikel wird untersucht, ob dies gerechtfertigt und wie das Gleichnis am besten zu verstehen ist.

Armer Mann Reicher; Lazarus

Eine oberflächliche Lektüre des Gleichnisses könnte den Leser zu dem Schluss bringen, dass das Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus (Lk 16,19-31) eine klare Vorschau auf das Leben nach dem Tod ist. Aber ein solches Verständnis widerspricht der alttestamentlichen Lehre über den Scheol, passt nicht in den biblischen Kontext der Verse und berücksichtigt nicht, dass die Erlösung allein durch Jesus kommt.

Zunächst muss klargestellt werden, dass das griechische Wort ᾅδης (Hades) (das griechische Äquivalent zum hebräischen Wort שְׁאוֹל (Scheol)) in Lk 16,23, welches manchmal fälschlicherweise mit Hölle übersetzt wird, nicht die moderne Vorstellung von Hölle trägt. Beide, Lazarus und der reiche Mann, waren im Hades. Der Hades ist nur ein vorübergehender Ort für gute und schlechte Menschen, der letztlich zerstört werden wird (Off 20,14). Daher kann dieses Gleichnis nicht verwendet werden, um über einen ewigen Ort des Leidens für Nichtchristen zu lehren, da der Hades gute und schlechte Menschen beinhaltet und nicht ewig ist.

Zu behaupten, dass dieses Gleichnis spezifische Anweisungen über das Leben nach dem Tod lehrt, ist meiner Meinung nach aus fünf Gründen höchst problematisch und unbiblisch. Warum?

1. Weil es der Lehre des Alten Testaments widerspricht.

Hier sind einige der Behauptungen, die das Alte Testament über den Hades (genauer gesagt Scheol) aufstellt:
-Denn es gibt keine Aktivität, keine Planung oder Weisheit im Scheol, wohin du gehst. (Pred 9,10)

-Die Toten wissen nichts und haben keine Belohnung mehr. (Pred. 9,5)

Weiter wird vom Menschen erklärt:

-Sein Atem geht aus, er kehrt zu seiner Erde zurück. An diesem Tag vergehen seine Gedanken. (Ps. 146,4)

-Im Tod gibt es keine Erinnerung an dich. Wer soll dir im Grab danken? (Ps. 6,5)

Scheol (das AT-Äquivalent für Hades) im Alten Testament wird als ein Ort des Nichtseins, ein Ort ohne Leben dargestellt. Wer behauptet, das Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus schildere tatsächlich, wie der Hades sein wird, widerspricht den Aussagen des Alten Testaments über den Hades.

2. Weil es den biblischen Kontext des Kapitels ignoriert.

-Kapitel 16 beginnt mit dem Gleichnis vom klugen Verwalter, in dem Jesus die kluge Geldführung des Verwalters lobt (Lukas 16,8)

-dann spricht Jesus davon, mit dem anvertrauten Vermögen treu zu sein (Lk 16,11)

-dann warnt er davor, dem Mammon zu dienen (Lk 16,13)

-das Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus richtet sich an die geldliebenden Pharisäer (Lukas 16:14)

-das gesamte Kapitel hat ein Thema: den Umgang mit Geld und die Gefahr des Reichtums

-diesen Kontext ernst zu nehmen bedeutet, das Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus zunächst einmal als eine Warnung vor dem egoistischen Gebrauch des Reichtums zu verstehen

-das Gleichnis zu verwenden und es primär als Zeitplan über das Leben nach dem Tod zu interpretieren, ignoriert den biblischen Kontext des Gleichnisses.

3. Weil es nicht berücksichtigt, dass die Erlösung allein durch den Glauben an Jesus Christus erfolgt.

-Wenn wir davon ausgehen, dass dieses Gleichnis etwas über das Leben nach dem Tod lehrt, müssen wir dies konsequent umsetzen.

-Was bringt Lazarus auf die gute Seite des Hades und was den Reichen auf die schlechte Seite? Der reiche Mann wird verurteilt, weil er mit seinem Reichtum selbstsüchtig war. Lazarus wird gerettet, weil er arm war und im Leben gelitten hat. Lazarus wurde nicht gerettet, weil er an Jesus glaubte. Wenn das Gleichnis vom Leben nach dem Tod handeln würde, würde es aussagen, dass viele Reichen (die prozentual gesehen, in der westlichen Welt leben) in die „Hölle“ kommen, weil sie ihren Reichtum auf egoistische Weise verwendet haben und die Armen in den Himmel kommen, weil sie schon in dieser Welt gelitten haben.

-Aber Jesus lehrte, dass er allein der einzige Weg zum Vater ist (Joh 14,6)

-Jesus ist der einzige Eingang in das zukünftige Reich Gottes, es gibt keine Erlösung außerhalb von ihm!

4. Weil es Römer 11,26 widerspricht

-der reiche Mann im Gleichnis muss ein Israelit sein, denn er nennt Abraham „Vater“ (Lk 16,24) und Abraham nennt ihn „Sohn“ (Lk 16,25). Ebenso kennen die Brüder das Gesetz des Mose (Lk 16,29), das nur den Israeliten bekannt war

-Römer 11,26 behauptet, dass „ganz Israel“ gerettet werden wird

-wenn das Gleichnis also Einzelheiten über das Leben nach dem Tod lehren würde, würde es Römer 11,26 widersprechen, weil der reiche Mann, ein Israelit, dann in der „Hölle“ wäre.

5. Weil es eine abscheuliche Vision des Himmels darstellt

-wenn das Gleichnis Details über das Leben nach dem Tod enthüllen würde, dann würden die Geretteten ewig das Leiden der Verlorenen vor Augen haben

-sich nur vorzustellen, die Ewigkeit angesichts der Folter von Menschen zu verbringen, die wir auf dieser Welt liebten, ist eine grausame Vision des Himmels und sicherlich nicht vereinbar mit der Vision des zukünftigen Königreichs, die die Bibel lehrt

Aus diesen 5 Gründen erlaubt das Gleichnis meines Erachtens nicht, es als tatsächliche detaillierte Beschreibung des zukünftigen Lebens zu verstehen.

Wenn das Gleichnis nichts über das Leben nach dem Tod lehrt, was lehrt es dann?

Die ersten Christen konzentrierten sich auf die moralische Wirkung des Gleichnisses mit seiner Anklage gegen die Reichen, die die Armen vernachlässigten. Dieses Verständnis des Gleichnisses hat im Alten Testament eine lange Tradition (Jes 58,6-7; 61,1), passt gut in den biblischen Kontext von Kapitel 16 und geht einher mit der neutestamentlichen Lehre von der Großzügigkeit gegenüber den Armen und der gefährlichen Liebe zum Geld (1 Tim 6,8-10; Jakobus 2,5-7).

Dieses Gleichnis ist in erster Linie eine Warnung an die Reichen, die Armen nicht zu vernachlässigen! Die meisten Theologen stimmen darin überein, dass Jesus wahrscheinlich ein bekanntes Volksmärchen verwendet und modifiziert hat. Jesu Gebrauch des Volksmärchens bedeutet nicht, dass er jedes Detail des Volksmärchens billigte. Wenn er über Beelzebub (Mt 12,24) und Mammon (Mt 6,24) sprach, benutzte er auch gängige Volksthemen, ohne jedes Detail darüber als Wahrheit zu bestätigen. Daher sollte nicht jedes Detail des Gleichnisses wörtlich genommen werden. Das Gleichnis darf nicht als detaillierte Beschreibung des Lebens nach dem Tod verstanden werden. „Dies ist einfach nicht das Anliegen des Gleichnisses, und wir dürfen nicht vergessen, dass Gleichnisse Vignetten sind, keine Systeme und schon gar keine systematischen Theologien. Dies ist keine wörtliche Beschreibung, wie das Gericht stattfinden wird.“ (Snodgrass 2018:429).

Das Gleichnis macht einen weiteren wirklich wichtigen Punkt, den wir nicht übersehen sollten. Die ursprünglichen Zuhörer hätten den reichen Mann als von Gott gesegnet und Lazarus als von Gott verflucht angesehen. Reichtum wurde als Zeichen des Segens angesehen, so wie Abraham von Gott mit Reichtum gesegnet wurde. Der reiche Mann war ein Israelit und wurde auf eine ordentliche Weise begraben. Lazarus war arm, was normalerweise als Strafe Gottes verstanden wurde. Die Straßenhunde leckten seine Wunden (Lukas 16,21), was ihn rituell unrein machte und ihn eventuell sogar mit dem Heidentum assoziierte. Er wurde nicht einmal begraben. Jeder Israelit hätte angenommen, dass der Reiche in den Himmel kommt und dass Lazarus in die „Hölle“ kommt.

Aber Jesus kehrt, wie so oft, alles um. Die Umkehrung der Zustände der beiden Männer passt zu den Umkehrungen in so vielen anderen Gleichnissen von Jesus. Lazarus in Abrahams Schoß bedeutet Gottes Identifikation mit den Armen und lässt den Hörer nicht glauben, Lazarus sei wegen seines Zustands verflucht. Wie so oft identifiziert sich Jesus mit den Ärmsten, den Geringsten und den Gebrochenen. Wenn Gott die Armen und Unterdrückten liebt, wird er das selbstsüchtige Verhalten der Reichen richten, die den Armen so viel Leid zufügen. Dieses Gleichnis ist ein Spiegel dessen, was im Dienst Jesu vor sich ging. Die Armen und Geringsten wurden von Jesus aufgenommen. Und Jesus richtete die Reichen und Selbstgerechten, indem er sie warnte und zur Buße aufrief.

„Die Themen der Umkehrung und des Urteils müssen ihren Platz finden. Das Gleichnis ist eine Warnung an die Reichen und betont die Bedeutung dessen, was Menschen mit der Gegenwart tun, und lehrt zudem, dass die Menschen nach ihrer Lebensweise gerichtet werden und dass die Konsequenzen schwerwiegend sein werden“ (Snodgrass 2018: 432).

Aus: www.jesusreformation.org/2021/der-reiche-mann-und-lazarus/Snodgrass, K. 2018. Stories with intent: a comprehensive guide to the parables of Jesus. Kindle ed. Grand Rapids: Wm. B. Eerdmans Publishing Co.

Zusammenfassung

Zusammenfassung

Das Gleichnis lehrt:

Reichtum ist kein Zeichen von Gottes Gunst.
Gott identifiziert sich mit den Armen; er ist der Gott der Armen und Geringsten.
Wir müssen mit dem uns anvertrauten Geld verantwortungsbewusst umgehen.
Wir dürfen nicht die Bedürfnisse einer bedürftigen Person, in unserem Umfeld, ignorieren.
Egoismus und Gier werden Konsequenzen haben, wenn Gott alle Menschen richten wird.


Biblischer Universalismus

3 Dinge die ich, als Universalist, nicht glaube

Nach Gedanken von:
NICK WALLACE, Jesus Reformation – Jesus mit neuen Augen sehen

Obwohl ich glaube, dass Gott alle Menschen mit sich versöhnen wird, glaube ich dennoch nicht, dass jeder Mensch nach dem Sterben "automatisch" in den Himmel kommen wird. Auch nicht, dass alle Religionen zu Gott führen, oder dass es egal ist ob man mit oder ohne Glauben an Jesus in dieser Welt lebt.

1. Ich glaube nicht, dass alle Menschen direkt in Gottes ewiges Königreich kommen

Sünde (Zielverfehlung) hat immer Konsequenzen, in diesem Leben und auch im nächsten. Sünde ist von ihrer Natur her zerstörerisch und bringt Tod (in jeglicher Form) (Röm 6,23). Weil Sünde immer zu unserem Schaden ist hasst Gott Sünde. Im Neuen Testament (NT) ist immer wieder die Rede von Gericht und davon, dass Sünde Konsequenzen hat. Im NT wird auch immer wieder erwähnt, dass es einen Unterschied macht ob jemand in dieser Welt mit Jesus gelebt hat oder nicht. Ich glaube, dass es im nächsten Leben (Äon) ein Zeitalter des Gerichts geben wird (Mt 25,46; 1 Kor 3,13-15; Offb 20-22). Aber diese Zeit dauert nicht ewig. Auch geht es nicht um Vergeltung im Sinne von Rache.Im Mittelpunkt steht die Wiederherstellend mit der Rettung der Person als Ziel.
Wie dieses Zeitalter des Gerichts genau aussehen wird, lassen die Autoren der Bibel offen. Jede Interpretation enthaltet spekulative Elemente. Ich interpretiere die Aussagen so, dass es eine Zeit sein wird, in der Gott alle Verblendungen und Lügen wegnimmt. Die daraus folgende Erkenntnis der Wahrheit kann dann sehr schmerzhaft sein. (stell dir vor du spürst den Schmerz all der Menschen die du verletzt hast und denen du Schaden hinzugefügt hast. Dies schliesst die Menschen in deinem Umfeld ein, aber auch all die Menschen weltweit die wir „unbewusst“ ausgebeutet haben z.B. die Armen die Tag und Nacht arbeiten für einen Hungerlohn um unsere Gier nach Billigprodukten zu bedienen oder all die Frauen die ausgebeutet werden.
Wie wir leben beeinflusst andere Menschen, für manche sind wir ein Segen für andere ein Unsegen. Gott wird dies alles aufdecken und wir werden die Wahrheit unverhüllt erkennen können. Dies wird schmerzhaft sein, aber schlussendlich zu Buße und Versöhnung (mit Gott aber auch wir Menschen untereinander) führen. Den Feuersee in der Offenbarung verstehe ich als diesen Prozess. (Offb 20,10). Charles Pridgeon erklärt, dass vermutlich jeder damalige Grieche einen Feuer- und Schwefelsee als „See göttlicher Reinigung“ verstanden hätte (was damit einhergehende Strafe und Gericht nicht ausschließt). Dies passt dazu, dass Offb 22,17 alle die ausserhalb des Neuen Jerusalems sind (= die Menschen im Feuersee) einlädt in die Stadt herein zu kommen. Die Tore von Gottes Reich sind immer offen (Offb 21,25) für jeden der zu ihm umkehren will.

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