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Was geschieht danach?

Eines ist sicher...

Das Leben auf dieser Welt ist vergänglich. - Pflanzen, Tiere, Gebäude, politische Systeme. - Nichts könnte ich aufzählen, das nicht vergänglich ist. Vergänglichkeit schmerzt. Man muss, ob man will oder nicht, etwas loslassen. Besonders wenn man einen Menschen, den man geliebt hat, loslassen muss - kann dies ein unsäglich grosser Schmerz in unserer Seele sein.
Wie gut ist es dann, wenn man trauern kann. Jeder Mensch hat seine eigene Art zu trauern. Auch jede Kultur hat ihre eigene Art, wie sie Trauer verarbeitet.
In unserer Kultur, in der man zu so viel Informationen kommt, wird ganz unterschiedlich getrauert. Man orientiert sich zum Beispiel an östlicher Mystik, oder eben auch an den angebotenen Möglichkeiten, die in unseren Kirchen zu finden sind. Die Hoffnung auf ein "Leben nach dem Tod" bleibt für mich aber der grösste Trost in Trauer-und Verlustsituationen.
Es ist mir wichtig, zu erwähnen, dass der nachfolgende Blogbeitrag nicht das Trauern und Aufarbeiten von Verlusten abwerten, oder hinfällig machen soll. (im Sinne einer billigen "Jenseitsvertröstung") Soweit meine Vorbemerkungen. Nun zum eigentlichen Thema.

HOFFNUNG!!

Die lebendige Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod ist für viele Menschen zum eigentlichen "Schlüsselerlebnis" bei der Trauer - und Leidbewältigung geworden. So auch für mich. Die lebendige Hoffnung auf ein fröhliches, zufriedenes und von Leid und Schmerz befreites Leben in der Zukunft (nach dem irdischen Tod) ist eine riesige Hilfe und Kraft für das oftmals so leidvollen Leben auf dieser ungerechten Welt.
Diese Hoffnung ist unzerstörbar . Die Bibel - also das wichtigste Buch für Christen - ist voll von dieser Hoffnung. Ich bin mir bewusst, dass diese Hoffnung nicht alle Menschen auf dieser Welt anspricht. Dies aus verschiedenen Gründen. So kann und will man vielleicht einfach nicht akzeptieren, weshalb Gott so viel Ungerechtigkeit und unverschuldetes Leid zulässt. Ich möchte an dieser Stelle nicht versuchen, diese Frage zu beantworten. Kein Mensch kann dies wirklich.
Umso wichtiger und kostbarer ist mir deshalb das Geschenk der lebendigen Hoffnung. Wie freue ich mich doch darauf, wenn ich einmal all die Menschen antreffe, die diese Hoffnung auf dieser Welt nicht hatten. Wie unbeschreiblich gross wird die Überraschung und das Glück sein! Mehr dazu im Blogbeitrag: Allversöhnung

FALSCHINFORMATIONEN ÜBERWINDEN:
Im nachfolgenden Blogbeitrag versuche ich zu beschreiben, wie ich in Bezug auf das, was ich über das Leben nach dem Tod in Erfahrung brachte, zu einem Hoffnungsmenschen geworden bin.

Meine Kindheitsprägung in Bezug auf den Tod und was danach kommt, könnte man mit einem Satz etwa so beschreiben: Wer im Leben das Richtige tut und glaubt, kommt in den Himmel - Wer dies nicht tut und glaubt, kommt für ewig in die Hölle.
(siehe dazu: Vom Sektenbub zum Hoffnungsmensch )
Heute, als über 60- Jähriger, sehe ich dies Gott sei Dank völlig anders!
Im Laufe der Zeit, ist für mich eine Hoffnung dazugekommen, von der ich überzeugt bin, dass diese für alle Menschen gilt! Wie komme ich dazu?

Gott ist LIEBE ...

....und: Gott ist allmächtig
Dazu passt die Lehre, dass dieser liebende Gott eine nicht endende Qual für die nicht an ihn Glaubenden bereit hält einfach nicht! Leider wird sie noch in nicht wenigen Kirchen und christlichen Glaubensgemeinschaften gelehrt. Dies oftmals mit ungenauen und falschen Interpretationen von Bibelstellen. Oder einfach durch nachschwatzen von Lehren, die bei genauem Hinsehen - und Hören längst überholt und widerlegt sind. Manchmal steckt sogar eine Rhetorik dahinter, welche sich klassischer Stereotypen bedient.

Dazu siehe auch mein Beitrag in diesem Blog: Love wins / Die Liebe wird siegen

Als ich schrittweise erfasste, dass diese "Quällehre", der ewigen Hölle, einer echten biblischen Prüfung nicht standhält, war dies für mich eine riesige Erleichterung und Freude. Nun kam für mich schrittweise das Evangelium wieder zum stimmen.

Ich weiss, dass Christen, welche die ewige Höllenlehre ablehnen, von deren Verfechtern, oftmals als Wunschdenker und sogar als Irrlehrer bezeichnet werden. Dazu werden auch Bibelstellen zitiert. Diese Schriftstellen werden aus dem Zusammenhang genommen, der Kontext und die Literaturgattung ausser Acht gelassen. Die Eigenschaften von Gottes Liebe, seiner Allmacht und besonders das Erlösungswerk von Jesus Christus werden damit aber kleingemacht und eingeengt.

Interessanterweise unterstellen Anhänger der ewigen Höllenlehre ihren "Gegnern" genau das, was sie selbst tun:
Sie bauen sich eine Lehre zusammen, bei der sie ganz sicher sind, auf der richtigen Seite zu stehen.

Für nicht wenige Christen ist die Frage, welche denn nun die richtige theologische Richtung ist, nicht so sehr von Bedeutung. Ich höre dazu Aussagen wie: "Es genügt mir zu wissen, dass Gott gerecht ist." Oder "Die Bibel lässt diese Frage letztendlich offen". Diese Aussagen kann ich gut akzeptieren.
Was ich aber nicht gutheissen kann, ist die Heftigkeit - manchmal sogar Boshaftigkeit - mit der einige Bibellehrer und Mitchristen die Höllenlehre verteidigen.

Bei meinen persönlichen theologischen Studien (ich bin kein studierter Theloge) zum Thema Leben nach dem Tod bin ich auf drei Hauptrichtungen gestossen.
1. Lehre der Allverdammung (die Mehrheit der Menschen landet in der ewigen Verdammnis)
2. Lehre der endgültigen Vernichtung (alle Menschen, welche Jesus vor, oder nach ihrem Tod ablehnen, werden nach dem Gericht und allfälliger Strafe endgültig vernichtet/ausgelöscht - und somit nicht ewig gequält)
3. Lehre der Allversöhnung (Alle Menschen werden letztendlich Gott und seinen Sohn Jesus Christus anerkennen und in einer neuen Welt leben)

Es gibt zwischen diesen Hauptrichtungen auch Varianten. Persönlich bewege ich mich zwischen Hauptrichtung 2 und 3.
Die Lehre der Allverdammung (s. oben) lehne ich vollständig ab.

Ich bin dankbar, dass es solche Plattformen (und auch Bücher wie: , oder ) dazu gibt.

Untenstehend 2 Plattformen, die Erklärungen zu Varianten 2 und 3 abgeben, sowie der Link zur Buchbeschreibung von Jens Kaldewey: Grosser Himmel - Kleine Hölle?

Klicke rechts (einige Androidgeräte oben) das Bild an. Es geht dann zu einem theologischen Artikel der Webseite: Jesus Reformation.

Klicke rechts (einige Android-Geräte oben) das Bild an. Es geht dann zur Webseite: Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungen

Ist "Ewig" endlos?

Weshalb diese Frage?

Besonders in der Bibelübersetzung von Martin Luther - aber auch in vielen anderen - gibt es einige klassische „Falschübersetzungen“ des Wortes „äon“, die durch die Zeit hindurch in den christlichen Traditionen für Verwirrung gesorgt haben. Dies betrifft vor allem das griechische Wort „αἰών“ (aión), das in der Bibel oft vorkommt.

1. „Welt“ statt „Zeitalter“ oder „Äon“
In der Lutherübersetzung von 1545 und auch in anderen frühen Übersetzungen wurde das griechische Wort „αἰών“ (aión) häufig mit „Welt“ übersetzt, was jedoch nicht immer korrekt ist. Das Wort „αἰών“ bezeichnet eigentlich ein „Zeitalter“, „eine Ära“ oder auch eine „lange Zeitspanne“ und hat eher die Bedeutung eines bestimmten Zeitraums oder einer bestimmten Epoche als den physischen Planeten Erde, der mit „Welt“ übersetzt wird.

Beispiele:
Lutherbibel (1545): „Welt“ (für „αἰών“)
Matthäus 13,40: „Wie man beisamt die Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, also wird am Ende dieser Welt.“
Hier steht im Griechischen „αἰῶν“ (aión), was eigentlich „Zeitalter“ oder „Äon“ bedeutet, aber Luther übersetzte es mit „Welt“, was die Vorstellung einer physischen Erde implizieren kann.
2. „Ewig“ statt „Zeitalter“ oder „Äon“
In vielen Versen wurde „αἰών“ (aión) auch mit „ewig“ übersetzt, was in bestimmten Kontexten ebenfalls problematisch ist. Das Wort „αἰών“ bezieht sich auf eine längere Zeitspanne oder ein bestimmtes Zeitalter und nicht unbedingt auf „Ewigkeit“ im absoluten, unendlichen Sinn.

Beispiele:
Lutherbibel (1545): „Ewig“ (für „αἰών“)
Johannes 3,16: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
Hier wird „ewiges Leben“ mit „αἰώνιον“ (aiónion) wiedergegeben, was eher „Zeitalter des Lebens“ oder „Leben in diesem Zeitalter“ bedeutet und nicht unbedingt „Ewigkeit“.
Korrektur in modernen Übersetzungen:
Die moderne Übersetzungswissenschaft hat das Wort „αἰών“ präziser mit „Zeitalter“, „Äon“ oder „Zeitraum“ übersetzt, um Verwirrung zu vermeiden und die richtige Bedeutung im Kontext der biblischen Texte klarzustellen.

Fazit:
Die „Falschübersetzungen“ des Wortes „αἰών“ in der Lutherbibel, vor allem die Übersetzungen mit „Welt“ und „ewig“, haben dazu geführt, dass in vielen religiösen Traditionen die Begriffe „Zeitalter“ und „Ewigkeit“ miteinander vermischt wurden. In der modernen Bibelübersetzung wird stärker zwischen „Zeitalter“ und „ewig“ unterschieden, um den historischen und theologischen Kontext genauer zu vermitteln.

ausführlich erklärt:

Klicke rechts (einige Androidgeräte oben) das Bild an. Es geht dann zur Webseite: "Die konkordante Methode der Bibelübersetzung". Hier erfährst du noch mehr zum Begriff, der oftmals mit "Ewig" übersetzt wird.

Ein evangelikaler Theologe zum WEG DER MITTE:

Der bekannte Theologe N.T. Wright hat eine differenzierte und nuancierte Haltung zu den biblischen Lehren über die Hölle und die ewige Strafe. Während Wright die Tradition der ewigen Qual in der Hölle nicht völlig ablehnt, unterscheidet sich seine Sichtweise von der klassischen evangelikalen Lehre, die eine nie endende, bewusste Qual in der Hölle betont. Stattdessen schlägt Wright eine komplexere Perspektive vor, die auf den biblischen Texten und der historischen Auslegung basiert.
Hier sind einige wesentliche Punkte zu Wrights Haltung:

1. Biblische Auslegung und die Hölle
Wright geht davon aus, dass viele traditionelle Konzepte der Hölle, insbesondere die Vorstellung einer ewigen, bewussten Qual, durch spätere kulturelle Entwicklungen und Missverständnisse von biblischen Texten beeinflusst wurden. Insbesondere in seinen Werken wie „Surprised by Hope“ und anderen Schriften betont Wright, dass die biblische Vorstellung von „Hölle“ (oder „Gehenna“) im Wesentlichen mit dem Gericht Gottes verbunden ist, das sowohl für das persönliche als auch das kosmische Unrecht existiert.
2. Gehenna und die Bedeutung des Gerichts
Wright verweist auf das Wort „Gehenna“, das in den Evangelien als Symbol für das endgültige Gericht verwendet wird, und erklärt, dass es ursprünglich ein Ort außerhalb Jerusalems war, der mit Unreinheit und Gottesgericht verbunden war. Gehenna war historisch als eine Art Müllhalde bekannt, die mit Feuern assoziiert wurde, die ständig brannten. Wright interpretiert diesen Begriff eher als Symbol für das Gericht und weniger als einen Ort der ewigen, qualvollen Bestrafung.
3. Zukunft des Bösen und der endgültige Tod
Wright betont, dass das, was in der Bibel als „Hölle“ bezeichnet wird, in erster Linie die endgültige Vernichtung oder der Tod des Bösen ist, nicht unbedingt ein ewiges Leben im Qualzustand. In seiner Sicht ist das Böse nicht ewig, sondern wird schließlich von Gott in einer Art „ewigem Tod“ besiegt. Wright spricht sich gegen die Vorstellung aus, dass das Böse ewig existieren muss, und lehnt die Idee ab, dass das Böse ewig in einem qualvollen Zustand weiterbestehen soll. In seiner eschatologischen Sicht wird die Schöpfung von Gott vollständig erneuert, und das Böse wird ausgelöscht.
4. Ewige Trennung, aber keine ewige Qual
Statt einer ewigen, bewussten Qual in der Hölle sieht Wright die Möglichkeit einer ewigen Trennung von Gott, was die „Strafe“ für diejenigen betrifft, die sich dauerhaft gegen Gott und seine Erlösung stellen. Diese Trennung stellt in seiner Sicht das natürliche Ende eines Lebens dar, das sich entschieden hat, von Gottes Liebe und Gnade getrennt zu bleiben. Wright geht jedoch davon aus, dass diese Trennung mehr als eine Trennung vom Leben und der Quelle des Lebens ist und weniger eine ewige körperliche Qual im traditionellen Sinn.
5. Erlösung und universelle Hoffnung
Trotz seiner differenzierten Sicht auf die Hölle betont Wright in seiner eschatologischen Sicht stark die Erlösung durch Christus und die Hoffnung auf die Wiederherstellung der ganzen Schöpfung. Die endgültige Erneuerung der Welt und das Kommen des Reiches Gottes stehen im Zentrum seiner Theologie. Das Gericht und die Bestrafung sind in seiner Sicht Teil von Gottes Plan für die Welt, aber sie führen zur Wiederherstellung und nicht zu einer ewigen Strafe.
Fazit:
N.T. Wright stellt sich der klassischen Vorstellung einer nie endenden Qual in der Hölle kritisch entgegen. Stattdessen versteht er die Hölle als das gerichtliche Ende des Bösen und als symbolische Darstellung der Trennung von Gott, ohne unbedingt eine ewige, körperliche Qual zu betonen. Seine Perspektive ist auf die Erlösung und Wiederherstellung ausgerichtet, und er sieht das Gericht als notwendige Konsequenz für das Böse, das letztlich durch den neuen Himmel und die neue Erde in Gottes Plan eingegliedert wird.