Die christliche Hoffnung
Glaube, Hoffnung, Liebe
Im Blogbeitrag Leben nach dem Tod schreibe ich zusammengefasst etwa folgendes:
Die lebendige Hoffnung auf ein fröhliches, zufriedenes und von Leid und Schmerz befreites Leben in der Zukunft (nach dem irdischen Tod) ist eine riesige Hilfe und Kraft für das oftmals so leidvolle Leben auf dieser ungerechten Welt.
Die in der Bibel beschriebene Hoffnung ist unzerstörbar. Ich bin mir bewusst, dass diese Hoffnung nicht alle Menschen auf dieser Welt anspricht. Dies aus verschiedenen Gründen. So kann und will man vielleicht einfach nicht akzeptieren, weslhalb Gott so viel Ungerechtigkeit und unverschuldetes Leid zulässt. Ich möchte nicht versuchen, diese Frage zu beantworten. Doch - seit ich die Botschaft der "Allversöhnung" - der unendlichen Liebe Gottes zu allen seinen Geschöpfen - Schritt für Schritt in mich aufnehmen durfte, sind mir diese Fragen nicht mehr eine so grosse Last, wie in meinen früheren Jahren.
Wie kostbar ist mir deshalb das Geschenk der lebendigen Hoffnung. Wie freue ich mich darauf, wenn ich einmal in der Zukunft (nach meinem irdischen Tod)all die Menschen antreffe, die diese Hoffnung auf dieser Welt noch nicht hatten - und sie dann geschenkt bekommen.
HOFFNUNG IM CHRISTLICHEN GLAUBEN:
Nachfolgend einige Gedanken zu drei oft zitierten Begriffen.
Sie heissen: Glaube - Hoffnung - Liebe.
In der Bibel, in 1. Korinther 13, Vers 13, schreibt der Apostel Paulus - nach einer speziellen Beschreibung, was Liebe ist- folgenden Satz:
Es bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe. Die Liebe aber ist das Grösste.
Glaube: ist das Vertrauen in Gottes Existenz, seine Verheißungen und seine Gnade. Der Glaube gibt den Christen Zuversicht, dass das "Erlösungswerk" von Jesus Christus ein Geschenk und die Lösung für ALLE Menschen ist.
Hoffnung: ist die freudige Erwartung dessen, was Gott in der Zukunft tun wird. Für Christen bedeutet Hoffnung, dass sie auf die Erfüllung von Gottes Verheißungen vertrauen können, einschließlich des ewigen Lebens. Diese Hoffnung gibt ihnen Kraft und Trost, besonders in schwierigen Zeiten.
Liebe: ist die größte Eigenschaft, weil sie den Charakter von Gottes Wesen widerspiegelt. Die Liebe zu Gott und zu anderen Menschen ist das höchste Gebot und zugleich das Grösste Geschenk des christlichen Glaubens. Liebe motiviert Christen, in ihren Handlungen barmherzig, selbstlos und mitfühlend zu sein. Paulus betont, dass ohne Liebe alle anderen Tugenden bedeutungslos sind. Er fasst es so zusammen: "Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen." Die Liebe ist deshalb die größte und wichtigste Eigenschaft, weil sie die Eigenschaften Gottes und seines Sohnes Jesus Christus widerspiegelt.
Zukunftsperspektiven
Ich habe im Verlaufe meines Glaubensweges viele Vorträge und Predigten zu Bibelstellen gehört, die sich auf das Leben nach dem Tod - und auch der fernen Zukunft - der verstorbenen Menschen beziehen.
Diese Themen sind in den freikirchlichen Kreisen, in denen ich mich bewege, recht verbreitet. Hinter diesen Themen steckt leider aber oftmals eine gewisse Athmosphäre von Angst. Weshalb? Man denkt, hört, liest und lehrt, im klassischen "Drinnen - Draussen" - Schema, wie ich es manchmal nenne.
Was heisst: Wenige Menschen werden gerettet / Viele Menschen gehen für ewig verloren.
Sicher - auch wer in diesem Schema denkt, kann sich durchaus auf die in der Bibel verheissene und interpretierte Zukunft freuen. Dies tue ich, seit ich ein bewusstes Leben als Christ führe. Gerade wegen diesem bewusstem Leben als Christ, war es für mich persönlich nie eine Frage, ob ich mit dabei sein werde, wenn nach der Vollendung der Weltgeschichte die in der Bibel beschriebenen Ereignisse stattfinden werden.
Was mir aber im Verlaufe der Jahre immer schwerer wurde zu glauben, ist die Lehre, dass nur diejenigen Menschen in den Genuss dieser Verheissungen kommen, welche während ihrer Lebenszeit - also auf dieser Welt - das richtige getan, gebetet, geglaubt und gelebt haben. Diese angstmachende Ansicht habe ich im Verlaufe der letzten Jahrzehnte aber völlig loslassen dürfen.
(siehe dazu auch mein Beitrag Love wins / Die Liebe wird siegen oder Leben nach dem Tod
Und was das schönste ist dabei: Diese Einsicht hat mich zu einem wirklichen Hoffnungsmenschen gemacht. Ich darf nicht nur für mich selber getrost sein, sondern für alle Menschen!
Es hat mir sehr geholfen, mich mit diesen Themen zu beschäftigen und gründlich auseinanderzusetzen. (siehe z. B. Blogbeitrag: Allversöhnung )
Aber auch Bücher, theologische Lehren und Auslegungen zu diesen "eschatologischen" Themen, die weniger weit gehen als die sogenannte Lehre der "Allversöhnung" haben mich Schritt für Schritt zuversichtlicher gestimmt in diesen Lebens- und Glaubensfragen. Zum Beispiel das Buch: "Grosser Himmel - Kleine Hölle?" von Jens Kaldewey. So glaube ich mehr denn je, an einen barmherzigen, liebenden und gerechten Gott. Dieser Gott stellt sich hinter seine Geschöpfe die er geschaffen hat und jedes einzelne von ihnen liebt.
Nachfolgend einige Beiträge dazu. Sie handeln von der Hoffnungsperspektive, welche Autoren des heutigen sogenannten "Neuen Testaments" hatten. Keiner der Autoren konnte wissen, dass ihre Schriften einmal zu "Heiligen Schriften" erklärt würden.
(Die entsprechenden Bibelstellen sind als Links zum ERF-Bibelserver eingefügt und können so "nachgeschlagen" werden.)
Hoffnungsperspektive nach Johannes
Johannes war ein Jünger (Schüler) von Jesus Christus, während des Erdenlebens vom Sohn Gottes. Er verfasste später die Bücher: Johannesevangelium - Johannesbriefe - Offenbarung des Johannes.
In der Offenbarung des Johannes wird die Vision einer "neuen Erde" und eines "neuen Himmels" beschrieben. Diese Vision stellt eine zentrale eschatologische Vorstellung dar, die das Ende der gegenwärtigen Weltordnung und den Beginn einer neuen Ära der Herrschaft Gottes kennzeichnet. Hier sind einige Schlüsselstellen, die diese Vision in der Offenbarung des Johannes beschreiben:
Offenbarung 21,1-4 https://www.bibleserver.com/HFA/Offenbarung21%2C1-4 : Hier beschreibt Johannes die Vision eines neuen Himmels und einer neuen Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Er sieht die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen und bereit gemacht wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Gott selbst wird bei den Menschen wohnen und alle Tränen abwischen, und es wird keinen Tod, kein Leid, keine Klage und keinen Schmerz mehr geben.
Offenbarung 21,22-27: https://www.bibleserver.com/HFA/Offenbarung21%2C22-27 Johannes beschreibt auch die Herrlichkeit und Schönheit der neuen Stadt Jerusalem, die keine Tempel benötigt, weil Gott und das Lamm (Jesus Christus) ihr Tempel sind. Die Stadt strahlt mit dem Licht Gottes, und die Tore stehen immer offen. Es wird keinen Tempel geben, denn Gott, der Allmächtige, und das Lamm (Jesus) sind ihr Tempel. Die Völker werden in ihrem Licht wandeln, und die Könige der Erde werden ihre Herrlichkeit in sie bringen.
Offenbarung 22,1-5: https://www.bibleserver.com/HFA/Offenbarung22%2C1-5 Johannes beschreibt einen Strom lebendigen Wassers, der aus dem Thron Gottes und des Lammes fließt, und einen Baum des Lebens, der auf beiden Seiten des Stroms wächst und zwölfmal im Jahr Frucht trägt. Die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker. Es wird keinen Fluch mehr geben, und Gottes Knechte werden ihm dienen und sein Angesicht sehen.
Diese Passagen in der Offenbarung des Johannes beschreiben die Hoffnung auf eine neue Ära der Herrschaft Gottes, in der Gerechtigkeit, Frieden und Vollkommenheit herrschen werden. Die Vision einer neuen Erde und eines neuen Himmels symbolisiert das Ende des gegenwärtigen Zeitalters und den Beginn einer Zeit, in der Gott alles in allem sein wird.
Die Zukunfts-Hoffnung nach Paulus und Petrus
Dem Lehrer und Theologen Paulus werden viele Bücher des Neuen Testamentes der Bibel zugeschrieben. Er war in seinen ersten Jahren seines theologischen Wirkens ein fanatischer Gegner und Verfolger der damaligen Christen. Jesus Christus begegnete ihm als Lichtgestalt und berief Paulus, ihm nachzufolgen. Nach einem längeren Prozess (beschrieben in der biblischen Apostelgeschichte https://www.bibleserver.com/HFA/Apostelgeschichte9 ) wurde Paulus nach und nach zum führenden Theologen der ersten Christen der damaligen Welt.
In den Schriften des Apostels Paulus finden wir zwar keine detaillierte Beschreibung einer neuen Welt oder eines neuen Himmels im gleichen Sinne wie in der Offenbarung des Johannes, aber Paulus spricht dennoch von einer "lebendigen Hoffnung" und einem eschatologischen Blick auf die Zukunft, der den Glauben der Christen prägt.
Neuer Himmel und neue Erde in Paulus' Theologie: Paulus spricht nicht direkt von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, wie es in der Offenbarung des Johannes der Fall ist. Dennoch spricht er von einer Transformation der gegenwärtigen Weltordnung durch das Werk Jesu Christi. In Römer 8,19-21https://www.bibleserver.com/HFA/R%C3%B6mer8%2C19-21 beispielsweise spricht Paulus von der Schöpfung, die auf die Offenbarung der Kinder Gottes wartet und von der Befreiung von der Knechtschaft des Verderbens. Diese Befreiung wird als "Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes" bezeichnet, die darauf hindeutet, dass eine Veränderung und Erneuerung der Schöpfung bevorsteht.
Eschatologischer Blick auf die Zukunft: Paulus ermutigt die Gläubigen, ihren Blick auf das Zukünftige zu richten und nicht nur auf das Irdische (z.B. Kolosser 3,1-4https://www.bibleserver.com/HFA/Kolosser3%2C1-4 ). Er betont die Bedeutung der Hoffnung auf die Wiederkunft Christi und das Reich Gottes, das mit seinem Kommen vollendet wird. Diese eschatologische Hoffnung prägt das christliche Leben und die Erwartung einer neuen Ära, in der Gottes Herrschaft vollständig offenbart wird.
Obwohl Paulus keine ausführliche Beschreibung einer neuen Welt oder eines neuen Himmels liefert, betont er dennoch die Hoffnung der Gläubigen auf eine Zukunft, die von Gottes Herrschaft und Erlösung geprägt ist.
Römer 5,18: "Demnach also: Wie durch eine einzige Übertretung für alle Menschen die Verurteilung gekommen ist, so kommt auch durch eine einzige gerechte Tat für alle Menschen die Rechtfertigung, die zum Leben führt."
1. Korinther 15,22: "Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden."
«Glaubwürdig ist das Wort
und jeden Willkommens wert
(denn dazu mühen wir uns und werden geschmäht),
dass wir uns auf den lebendigen Gott verlassen,
welcher der Retter aller Menschen ist,
vor allem der Gläubigen.
Dieses weise an und lehre.»
1Tim 4,9-11
Paulus spricht oft von Hoffnung, insbesondere in Bezug auf die Hoffnung der Gläubigen auf die Auferstehung und das ewige Leben durch Christus
(z.B. 1. Thessalonicher 4,13-18https://www.bibleserver.com/HFA/1.Thessalonicher4%2C13-18 ).
Lebendige Hoffnung: In 1. Petrus 1,3 spricht auch Petrus von einer "lebendigen Hoffnung" durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Auch sie spiegelt den Glauben wieder, der auch in den Schriften von Paulus präsent ist.
LIEBE
VORAB: SELBSTLIEBE
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. (Aussage von Jesus)
Dieses Gebot verdeutlicht, dass "Selbstliebe" nicht einfach nur egoistisch ist, sondern eine wichtige Grundlage bildet für die Liebe zu anderen Menschen.
Jesus betonte die Bedeutung der Selbstliebe in dem Gebot "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" aus einem sehr guten Grund. Der Gedanke dahinter ist, dass wir nur dann fähig sind, echte und bedingungslose Liebe und Mitgefühl für andere zu empfinden, wenn wir uns selbst auf die gleiche Weise lieben und respektieren, wie wir dies bei unseren Mitmenschen tun möchten.
Selbstliebe bedeutet, sich selbst zu akzeptieren. Es bedeutet auch, die eigenen Fehler zu vergeben. Schuld- und Schamgefühle im Lichte der Vergebung zu überwinden. Das eigene Wohlergehen zu schätzen und dieses zu pflegen, gehört ebenfalls zu einer gesunden Selbstliebe.
Wenn wir das schaffen, wird es einfacher, diese positiven Gefühle und Gedanken auch auf andere zu übertragen. Es verhindert zudem, dass wir uns aus einem Minderwert heraus manipulieren lassen.
Auf den ersten Blick könnte "Selbstliebe" als Widerspruch zur "hingebenden Liebe" erscheinen, doch tatsächlich ergänzen sie sich.
Wie lebte Jesus Christus diese Selbstliebe?
Gebet und Meditation: Jesus zog sich oft an ruhige Orte zurück, um zu beten und in Verbindung mit Gott zu sein. Diese Zeiten der Ruhe und des Gebets halfen ihm, inneren Frieden und Klarheit zu finden.
Ruhe und Erholung: In den Evangelien wird berichtet, dass Jesus auch Zeiten der Ruhe und Erholung einplante. Er wusste, dass es wichtig ist, sich körperlich und geistig zu erholen, um seine Mission fortsetzen zu können.
Grenzen setzen: Jesus war sich seiner Mission bewusst und setzte klare Grenzen. Er wusste, wann es Zeit war, zu lehren und zu heilen, und wann es Zeit war, sich zurückzuziehen und auszuruhen.
Liebe und Mitgefühl: Jesus' Handlungen waren von Liebe und Mitgefühl geprägt – nicht nur gegenüber anderen, sondern auch sich selbst gegenüber. Er erkannte seinen eigenen Wert und seine Bedeutung im größeren Plan Gottes.
Diese Beispiele zeigen, dass Selbstliebe für Jesus nicht egoistisch, sondern notwendig war, um seine Mission zu erfüllen und anderen zu dienen. Durch seine Handlungen lehrte er, dass es wichtig ist, sich auch um sich selbst zu kümmern, um die beste Version seiner selbst für andere sein zu können.
Gottes Charakter ist Liebe
Nachfolgender Beitrag stammt aus: JESUS REFORMATION (https://www.jesusreformation.org/ )
Was ist Agape-Liebe? Eine Übersetzung von 1.Korinther 13,4-8
GOTTES CHARAKTER / NOVEMBER 2, 2020 BY MANUEL BECKER /
Im Zentrum des Evangeliums ist Agape-Liebe.
Gott ist Agape-Liebe (1. Johannes 4,8https://www.bibleserver.com/HFA/1.Johannes4%2C8 ), seine Essenz ist Agape-Liebe. Deshalb liebt er jeden Menschen mit Agape-Liebe (Johannes 3,16https://www.bibleserver.com/HFA/Johannes3%2C16 ). Gott hat seine Agape-Liebe durch Jesus Christus offenbart und sie wird am deutlichsten darin sichtbar, dass Jesus sich für uns geopfert hat (Römer 5,8https://www.bibleserver.com/HFA/R%C3%B6mer5%2C8 ). Agape-Liebe ist größer als Hoffnung und Glaube (1 Korinther 13,13https://www.bibleserver.com/HFA/1.Korinther13%2C13 ). Agape-Liebe ist das, wonach wir trachten sollen (Kolosser 3,12-14https://www.bibleserver.com/HFA/Kolosser3%2C12-14 ). Agape-Liebe ist das Ziel aller Lehre (1 Tim 1,5https://www.bibleserver.com/HFA/1.Timotheus1%2C5 ). Agape-Liebe ist die Zusammenfassung des gesamten alttestamentlichen Gesetzes (Römer 13,8https://www.bibleserver.com/HFA/R%C3%B6mer13%2C8 ; Gal 5,14https://www.bibleserver.com/HFA/Galater5%2C14 ) und der Lehre Jesu (Matthäus 22,37-40https://www.bibleserver.com/HFA/Matth%C3%A4us22%2C37-40 ).
Was macht Agape-Liebe so besonders?
In der Zeit Jesu existierten verschiedene griechische Wörter für Liebe (z. B. Phileō, Epipotheō). Die Autoren des Neuen Testaments wählten das selten gebrauchte griechische Wort Agape (ἀγάπη), um die häufig gebrauchten griechischen Worte für Liebe zu vermeiden, welche mit griechischen und heidnischen Ideen verbunden und hauptsächlich emotional oder sexuell waren. Sie füllten Agape mit neuer Bedeutung und definierten damit Agape-Liebe als die Liebe, die sie durch Jesus Christus offenbart sahen. Sie verstanden Liebe nicht nur als eine von vielen Eigenschaften Gottes (z. B. heilig, gerecht), sondern als die Essenz Gottes und alle anderen Eigenschaften als sekundäre Manifestationen der Agape-Liebe Gottes. Gottes Heiligkeit, seine Gerechtigkeit und seine Barmherzigkeit sind alles Ausdruck davon, dass er in seinem Wesen Agape-Liebe ist. Alles, was Gott tut (egal ob er regiert, urteilt oder etwas anderes tut), ist von seiner Agape-Liebe gekennzeichnet.
Aber was ist Agape-Liebe?
Jesus hat durch sein Leben gezeigt, wie Agape-Liebe in Aktion aussieht. Alles, was Jesus tat, war von Agape-Liebe angetrieben, selbst seine harschen Worte. Paulus definierte Agape-Liebe in seinem ersten Brief an die Korinther mit 15 griechischen Wörtern. Beim Lesen seiner Beschreibung von Agape-Liebe sollten zwei Dinge beachten werden:
1) Gott ist Agape-Liebe. Daher beschreibt Paulus durch die Definition von Agape-Liebe gleichzeitig den Charakter Gottes. Gott handelt immer aus Agape-Liebe heraus.
2) Jesus ruft uns dazu auf, andere mit Agape-Liebe zu lieben. Deshalb sollten wir andere mit dieser Art von Agape-Liebe lieben, so wie sie von Paulus beschrieben wurde.
Nachdem ich viele Kommentare führender moderner Theologen und der Kirchenväter über Agape-Liebe gelesen habe, habe ich meine eigene paraphrasierte Version von 1 Kor 13,4-8https://www.bibleserver.com/HFA/1.Korinther13%2C4-8 geschrieben. Jedes einzelne der 15 griechischen Wörter ist bedeutungsreich. Ich hoffe, dass diese paraphrasierte Übersetzung dazu beiträgt, einige der Nuancen hervorzuheben, die bei vielen anderen Übersetzungen häufig verloren gehen.
Agape-Liebe erträgt geduldig Verletzungen, die von anderen verursacht werden, ohne Vergeltung zu suchen (makrothymei).
Agape-Liebe behandelt andere bewusst mit Respekt und Mitgefühl (chrēsteuetai).
Agape Liebe beneidet nicht den Status und den Erfolg anderer, sondern erfreut sich daran für den anderen (zēloi).
Agape-Liebe prahlt nicht mit Selbstlob (perpereuetai).
Agape-Liebe ist nicht arrogant, sondern lässt Raum für Andere (physioutai).
Agape-Liebe behandelt andere nicht unanständig, sondern rücksichtsvoll und erweist stets Ehre (aschēmonei).
Agape-Liebe sucht nicht seinen eigenen Vorteil, sondern das Wohl anderer. Agape-Liebe besteht nicht auf seine eigenen Wege (zētei ta heautēs).
Agape-Liebe reagiert nicht mit beleidigter Bitterkeit, aggressiven Beleidigungen oder aufbrausendem Zorn auf provozierendes oder kränkendes Verhalten (paroxynetai).
Agape-Liebe trägt das Böse nicht nach (logizetai ou to kakon).
Agape-Liebe stimmt ungerechtem, sündigem Verhalten nicht zu, weder bei anderen noch bei sich selbst, sie hält keine Lobreden auf Unrecht oder auf Verhaltensweisen, die dem Willen Gottes und dem Vorbild Christi widersprechen. Aber sie feiert die Wahrheit, was sie ehrlich und offen macht, weil sie nichts zu verbergen hat (ou Chairei epi tē adikia de synchairei tē alētheia).
Agape-Liebe erträgt die Fehler anderer (stegei).
Agape-Liebe hört nie auf zu glauben, dass Gott immer Gutes aus Bösem hervorbringen kann und will (pisteuei).
Agape-Liebe weigert sich, Versagen als endgültig zu betrachten und vertraut immer auf den endgültigen Erfolg von Gottes Plan (elpizei).
Agape-Liebe erträgt alle Herausforderungen und endet nie (hypomenei).
Agape-Liebe gibt nie auf. Agape-Liebe scheitert nie (oudepote piptei).
Während viele Menschen eine Liebe wie diese als schwach und dumm oder als ein edles und unerreichbares Ideal ansehen, ist dies die Art von Liebe, die Gott charakterisiert und seine Kinder charakterisieren sollte (Johannes 13,35). Gott lädt uns ein, sich seiner Mission anzuschließen, diese zerbrochene Welt zu erlösen, indem wir Menschen sind, die von Agape-Liebe erfüllt sind und unser Handeln, Reden und Denken von ihr leiten lassen.
aus: Thiselton, A. C. (2015). Love. In The Thiselton Companion to Christian Theology (S. 558). Grand Rapids, MI; Cambridge, Großbritannien: William B. Eerdmans Publishing Company.
Grundlage des obigen Textes:
Bibel: 1. Korinterbrief 13, 1 - 13:
Wenn alle Sprachen der Welt, ja, sogar in der Sprache der Engel reden könnte, aber ich hätte keine Liebe in mir, wäre ich nichts mehr ein dröhnender Gong oder eine lärmendes Schelle. Wenn ich in Gottes Auftrag prophetisch reden könnte, alle Geheimnisse Gottes wüsste, seine Gedanken erkennen könnte und einen Glauben hätte, der Berge versetzen kann, aber ich habe keine Liebe, so bin ich nichts.
Selbst wenn ich all meinen Besitz an die Armen verschenkte und für meinen Glauben sterben würde, aber ich habe keine Liebe, dann nützte es mir gar nichts.
Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen.
Sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab.
Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil.
Sie lässt sich nicht provozieren. Sie ist nicht nachtragend.
Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt.
Liebe nimmt alles auf sich.
Liebe verliert nie den Glauben oder die Hoffnung. Sie hält durch bis zum Ende.
Die Liebe wird niemals vergehen. Es kommt eine Zeit, da wird es keine Prophetien mehr geben. Auch das Reden in unbekannten Sprachen wird aufhören. Sowie auch die Gabe, Gottes Gedanken zu erkennen, wird nicht mehr nötig sein. Denn diese Erkenntnisse sind bruchstückhaft, ebenso wie unser prophetisches Reden.
Wenn aber das Vollkommene da ist, wird alles Vorläufige vergangen sein.
Als Kind redete, dachte und urteilte ich wie ein Kind. Doch als Erwachsener habe ich das kindliche Wesen abgelegt.
Jetzt sehen wir nur ein undeutliches Bild wie in einem trüben Spiegel. Einmal aber werden wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Jetzt erkenne ich nur Bruchstücke, doch einmal werde ich alles klar erkennen, so deutlich, wie Gott mich jetzt schon kennt.
Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Von diesen dreien aber ist die Liebe das Größte.
Unterschied von Hoffnung und Optimismus
Hoffnung
Die christliche Hoffnung ist nicht nur eine allgemeine positive Erwartung gegenüber der Zukunft, sondern eine tief verwurzelte Hoffnung, die auf Gott und seinen Verheißungen beruht. Sie ist eng mit dem Glauben an die Erlösung, das ewige Leben und die Verheißung des Reiches Gottes verknüpft. Hoffnung im Christentum ist das feste Vertrauen auf Gott und sein Handeln in der Welt. Auch und gerade inmitten von Leid und Ungewissheit. Sie ist in der Bibel oft mit einem glaubensbasierten Warten auf das, was Gott für die Gläubigen bereithält, verbunden. Dies, ohne dass dieses Warten notwendigerweise von sichtbaren, menschlichen Erfolgen oder unmittelbaren positiven Ergebnissen begleitet sein muss.
Ein zentrales Element der christlichen Hoffnung ist, dass sie nicht auf menschlichem Handeln und dessen Erfolg basiert, sondern auf Gottes Verheißungen. Dazu können selbstverständlich auch persöhnliche Erfahrungen und Erlebnisse mit Gott gehören. Diese Hoffnung ist unerschütterlich, weil sie auf der festen Überzeugung beruht, dass Gott das letzte Wort hat. Paulus beschreibt diese Hoffnung in Römer 8,24-25 als eine, die „nicht in Sichtbarem, sondern im Unsichtbaren“ verankert ist. Die christliche Hoffnung umfasst daher nicht nur die Hoffnung auf das irdische Wohl, sondern vor allem die Hoffnung auf das ewige Leben mit Gott.
Optimismus
Optimismus hingegen ist oft eine eher menschliche Haltung, die sich auf die Erwartung einer positiven Wendung der Dinge stützt. Dies basierend auf eigenen Bemühungen, Fähigkeiten oder dem Vertrauen in den Fortschritt und die menschliche Vernunft. Der christliche Optimismus kann durchaus als eine gesunde Haltung verstanden werden, die davon ausgeht, dass auch im irdischen Leben gute Dinge möglich sind. Allerdings ist der christliche Optimismus nicht in erster Linie auf das Vertrauen in den eigenen Erfolg oder auf menschliche Fortschritte gerichtet, sondern auf das Vertrauen darauf, dass Gott auch in diesem Leben wirkt und der Mensch in seiner Not Unterstützung finden kann. Optimismus im christlichen Sinne wird oft von der Hoffnung getragen, dass Gott in der Welt wirkt und den Gläubigen mit seinem Beistand begleitet.
Der Unterschied liegt also darin, dass Optimismus auf einer menschlichen Einschätzung der Welt basiert, die eher an das Gute im Menschen und in der Welt glaubt, während lebendige Hoffnung auf dem Vertrauen in Gottes Verheißungen und sein göttliches Eingreifen beruht. Der Optimismus könnte als eine menschliche Perspektive auf die Zukunft betrachtet werden, welche auf die Kräfte des Menschen und der Welt baut, während die christliche Hoffnung stets göttlich verankert ist und die Schöpfung und das Leben in einem höheren, übernatürlichen Kontext versteht.
Zusammenfassung
Hoffnung im christlichen Sinne ist ein Glaube an Gottes Verheißungen die über das Weltliche hinausgehen. Sie ist durch den Glauben an das ewige Leben und Gottes Hilfe in allen Umständen gekennzeichnet. Sie ist unerschütterlich und auf Gott ausgerichtet.
Optimismus ist eine menschliche Haltung, die auf eine positive Zukunft blickt, häufig basierend auf der Annahme, dass der Mensch die Fähigkeit hat, seine Probleme zu lösen und positive Veränderungen herbeizuführen. Dieser Optimismus kann auch in einem christlichen Kontext existieren, sollte jedoch nicht von der Gewissheit getragen sein, dass alles im Leben immer „gut“ ausgeht, sondern dass Gott letztlich das Gute zum Vorschein bringt, selbst in schwierigen Umständen.